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Stadtgeschichte

Kurzer Überblick über die Entstehung der Stadt

 

 1248 gehört Goldkronach zur Grafschaft derer von Andechs, dann Übergang an die Grafen Orlamünde

  • Um 1.000 entsteht der Ort an der Handelsstraße nach Böhmen und Sachsen
  • 1248 gehört Goldkronach zur Grafschaft derer von Andechs, dann Übergang an die Grafen Orlamünde
  • 1300 Goldgewinnung und ab 1323 erste Blütezeit, gefördert von den Burggrafen zu Nürnberg
  • 1363 erlangen wir die Bergfreiheit nach den Iglauer Bergrechten und am 29.09.1365 die Stadtrechte.
  • 1430 - 1470 Hochblüte im Goldbergbau
  • 1477 erfolgt der erste Kirchenbau (Ortsmitte) und 1616 entsteht die Friedhofskirche.
  • 1559 und 1613 große Feuersbrunst, die Stadt brennt vollständig nieder.
  • 1655 übernehmen erstmals Bürger die kommunale Leitung der Stadt (4 Bürgermeister und 8 Räte).
  • 1638 Errichtung von Pochwerken
  • 1662 Gründung einer neuen Berggesellschaft durch den Bayreuther Markgrafen Christian Ernst.
  • 1737 Zweiter Kirchenbau.
  • 1792 wird der Goldbergbau wieder aktiviert, durch Alexander von Humboldt.
  • Als 1806 die Franzosen das Fürstentum Bayreuth besetzten, wurde es wieder still um den Goldkronacher Bergbau.
  • Erst 1828 nahm der Bayerische Staat, an den das Bayreuther Gebiet laut Patent vom 28.02.1810 abgetreten war, den Betrieb wieder auf.
  • 1836 erneut brennt die Stadt bis auf die Grundmauern ab.
  • 1841 Auf Befehl Sr. Majestät Ludwig I. entsteht die heutige Kirche (Grundsteinlegung 08.06.1841)
  • Bis 1928 nochmals Aktivitäten im Goldbergbau, aber die Goldfunde waren zu gering, der Abbau lohnte sich nicht mehr.
  • Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist der Besucherstollen "Schmutzlerzeche" im Stadtwald von Goldkronach, der seit 1985 für Besucher zugänglich gemacht wurde, ebenso seit 1993 das Besucherbergwerk "Stollen Mittlerer-Name-Gottes".

Amtliche Gemeindeteile/Ortsteile

Beerfleck, Brandholz, Dressendorf, Forthof, Frankenberg, Friedrichsloh, Geräum, Goldberg, Goldkronach, Goldener Hirsch, Haag, Heidelleithen, Konradswiese, Kottersreuth, Kreuzstein, Kühleithen, Leisau, Melm, Nemmersdorf, Pfarrloh, Pfergacker, Pöllersdorf, Reuth, Saas, Sand, Sandhof, Schlegelberg, Sickenreuth, Silberrose, Sommerleithen, Ziegelhütte, Zoppaten

 

Die Stadt Goldkronach gehört zum Landkreis Bayreuth. Informationen des Landkreises finden Sie unter www.landkreis-bayreuth.de

Brandkatastrophe von Goldkronach 1836

In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1836 wurde ein Teil des Städtchens ein Raub der Flammen. Nachts um 22.15 Uhr, als die Bewohner im tiefsten Schlaf lagen, weckte sie der Schreckensruf: "Feuer! Feuer!"

 

Das Feuer griff schnell um sich, dass ob schon die Bewohner der benachbarten Städte, Märkte und Ortschaften mit Löschmaschinen herbeigeeilt waren, in fast weniger als zwei Stunden die östliche Hälfte des Städtchens samt der Pfarrkirche, die beiden Schulhäuser, das Rathaus, 55 Häuser, 16 Nebengebäude und 34 Stadel eingeäschert wurden. 127 Familien wurden obdachlos und all ihrer Habe beraubt, die Not schien grenzenlos. In den Flammen fand die 82jährige Kantorstochter Dorothea Blank den Tod, und eine zu Hilfe herbeigeeilte Frau aus Goldmühl wurde von einem herabstürzenden Balken erschlagen.

 

Die Abgebrannten erhielten ansehnliche Unterstützungsbeiträge von den Städten Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Kulmbach, Bayreuth, Wunsiedel usw. Die durch das Brandunglück hervorgerufene Bedrängnis wurde noch durch die Ruhrseuche vermehrt, die von Anfang Juli bis Oktober 1836 hier und in der Umgegend herrschte.

 

75 Personen jeden Geschlechts und Alters wurden von der Krankheit dahingerafft. Nachdem ein Plan zum Wiederaufbau entworfen und genehmigt war, wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Aus nah und fern eilten Handwerksleute herbei, so dass sich deren Zahl auf 600 Mann belief. Noch bis zum Spätherbst 1836 konnten 22 Wohnungen vollendet und eingerichtet werden. Dieser Bericht ist der Zeitung "Bayerische Ostmark" vom 05.06.1936 entnommen und wurde von Christian Grießhammer, Goldkronach für diese Zeitung verfasst. Bereits 1839 wurde Goldkronach von einer weiteren Brandkatastrophe heimgesucht. Am 18.06.1839 um Mitternacht brach wiederum am Marktplatz ein Feuer aus. Binnen zwei Stunden wurden 29 Häuser und 17 Scheunen mit Nebengebäuden ein Opfer der Flammen. Diesmal traf es den südlichen Teil des Städtchens.

Geschichte des Goldkronacher Bergbaus

Schmutzler innenSchon aus der Zeit um 1400 wird der Rautenkranzstollen auf dem Name-Gottes-Gang und in dessen vermutlich südlicher Fortsetzung die Grube "Fauler Igel" am Schlegelberg, der auf dem Täschelzug angelegte Ostertagsstollen und die Schmutzlerzeche erwähnt. Die Grubenbaue nahmen bald, einen für damalige Zeiten, erheblichen Umfang an. Wie großzügig der Betrieb gewesen sein muss, erhellt die Tatsache, dass damals rund 500 Bergleute in Goldkronach Arbeit gefunden haben sollen. Goldkronach, das zur Zeit der Grubenöffnungen nur aus 3 Höfen bestand, blühte rasch empor und erhielt durch Friedrich V. am St. Michaelstag 1365 die erste Bergbaufreiheit nach Iglauer Bergrecht und die Stadtgerechtigkeit. Ums Jahr 1400 ist in den dortigen Bergwerken mehr Gold und Silber gefunden worden, als in allen anderen Orten in Deutschland. Den ersten schweren Stoß erlitt der Goldkronacher Bergbau anscheinend durch die Hussitenkriege (1417-1434). Doch erholte er sich bis Ende des 15. Jahrhunderts und wurde auch mit zeitweiligen kurzen Unterbrechungen trotz der kriegerischen Wirren des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 17. Jahrhunderts mit wechselndem Erfolg fortgeführt. Erst 1631 kam er, infolge des 30jährigen Krieges, auf längere Zeit gänzlich zum Erliegen. Doch wurden die Gruben auch vorübergehend an fürstliche oder private Gewerkschaften mit der Verpflichtung zur Abgabe vom Zehnten verliehen. Aus dieser Zeit stammt wohl der Name Fürstenzeche. In aufbereitungstechnischer Hinsicht verdient hervorgehoben zu werden, dass man 1638 zur Amalgamation überging und neue Pochwerke, sog. "Goldmühlen" und Hütten, am Weißen Main errichtete. 1594 wurde auch bei Zoppaten ein Pochwerk, und 1590 bei Goldkronach eine Schmelzhütte erbaut. Von den durch den 30jährigen Krieg erlittenen Schlägen erholte sich der Goldkronacher Bergbau nur langsam. Erst 1662, nach Gründung einer neuen Berggesellschaft durch den Markgrafen Christian Ernst, wurden die "Fürstenzeche" und der "Schmutzler" wieder eröffnet. Im Jahr 1695 hob sich sogar die Ausbeute in dem Brandholzer Grubenrevier wieder, so dass der Markgraf aus Freude über den Erfolg einen Golddukaten prägen ließ mit der Aufschrift "Aurofodina Golderonacens". Als 1806 die Franzosen das Fürstentum Bayreuth besetzten, schenkten die französischen Behörden dem Goldkronacher Bergbau wenig Interesse, da nach Ansicht des Intendanten wenig Erfolg zu erwarten war. 1828 nahm der Bayerische Staat, an den das Bayreuther Gebiet laut Patent v. 28.02.1810 abgetreten war, den Betrieb wieder auf. Im Jahr 1907 fand sich eine neue Gewerkschaft zusammen, die den Bergbau mit modernen Mitteln, sowohl auf der "Fürstenzeche", wie auf der "Silbernen Rose" wieder aufzunehmen gedachte. Diese ging am 28.06.1920 in die Bergbau AG Fichtelgold über. Die ersten Proben ergaben 35,4 g Gold und 22 g Silber je Tonne Roherz. Da man für die Aufschlussarbeiten viel Kapital benötigte, sparte man nicht mit günstigen Prognosen. So wurden die Fichtelgold-Aktien bald ein Spekulationsobjekt. Wenn dann auch nach Angaben der Gesellschaft bis Ende 1923 rund 10 kg Gold gewonnen worden sein sollen, blieb doch die Frage eines rentablen Bergbaus offen. Es scheint am richtigen Einsatz der Mittel gefehlt zu haben. Im Sommer 1925 geriet das Bankhaus Wittmann, das die Finanzierungen des Unternehmens übernommen hatte, in Zahlungsverlegenheiten, worauf die Fichtelgold-Aktien fast wertlos wurden. Der Zusammenbruch war um so weniger aufzuhalten, als es nicht gelang, ein Käuferkonsortium für das Bergbauunternehmen zu finden. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges geschah nichts Entscheidendes mehr. Seit den 20er Jahren blieb der Schmutzler-Stollen so gut wie unberührt. 1981 wurde mit Mitteln des Naturparkes Fichtelgebirge für ca. 16.000,-- DM der Eingang neu eingefasst und eine Türe angebracht, sowie der Weg durch den Wald geschoben. 1985 im Frühjahr wurde der Schacht, der bis dahin voll Wasser stand, entwässert und für Besucher begehbar gemacht.

Die Goldbergsage

Nach einem Bericht des Bergbauern Reinhold Nagel aus der Zeit des 30jährigen Krieges soll im Goldberg immer noch der Goldkönig mit seinen Rittern und Goldelfen wohnen. Nagel ging einmal um Mitternacht über den Goldberg und begegnete einem langen Zug verhüllter Gestalten. Er schloss sich ihnen an und wurde mitten hinein gedrängt. Der Zug führte zur Spitze des Goldberges. Oben angelangt, bildeten die Vermummten einen weiten Halbkreis und schlugen ihre weiten Mäntel auseinander. Da blitzte alles in reinem Gold, denn die Ritter trugen goldene Rüstungen. Ein langer weißbärtiger Mann mit einer goldenen Krone, der Goldkönig, schritt auf den goldenen Thron zu, der die Bergspitze vollkommen einnahm. Zu beiden Seiten stellten sich in Gold gekleidete Edelknaben auf. Einer der Knaben führte den Reinhold Nagel hinter den Thron, so dass er alles unmittelbar miterleben konnte.

 

Plötzlich tauchten aus der Erde selbst junge Mädchen auf. Sie waren in goldene Schleier gehüllt, trugen herrliches, goldschimmerndes Haar und in ihren Locken glitzerten Perlen und Edelsteine. Als sie sich zum Reigen aufgestellt hatten, erklang aus dem Nachtwind eine harmonische Musik. Die Goldelfen wiegten und drehten sich in einem Tanz um den königlichen Thron, sich vor dem König neigend. Nach dieser Huldigung lagerten sie sich zu des Königs Füßen. Der erhob sich und hielt eine Ansprache. Er bedauerte das Streben der Menschen nach Gold, sie störten in ihrer Gier sein Reich. Er hieß die Ritter kämpfen und die Mädchen die Goldgräber in die Irre führen. Er verdammte den Stolz und die Goldgier der Menschen und prophezeite, dass den Goldkronachern bald das Gold fehlen und Armut und Not kommen werden.

 

Hierauf breiteten die Mädchen einen Teppich aus und trugen den Thron auf den Teppich. Dort wünschte der König allen Untertanen eine gute Nacht. Von Goldkronach her schlug es ein Uhr. Der Bergbauer setzte sich neben den Teppich und ermüdet, wie er war, schlief er ein.

 

Als er am nächsten Tag seinem Bürgermeister und den Bürgern über sein Erlebnis berichtete, wollten sie ihn fast erschlagen, vor allem als er ihnen eine Zukunft in Armut und Not ankündigte.

 

Die Weissagung des Goldkönigs aber ist bald eingetroffen. Die Goldfunde wurden immer spärlicher und versiegten gar bald.

Die Ortsgeschichte von Nemmersdorf

Die Gründung des Ortes Nemmersdorf dürfte im 11. Jahrhundert oder auch früher erfolgt sein, doch eindeutige Urkunden aus dieser Zeit gibt es keine.

  • 1149 In einer Nachlassurkunde des Bischofs Eberhard von Bamberg wird ein Edelfreier Fridericus de Nedemarestorf als Zeuge im sogenannten "Giechburgvertrag" genannt. Friderich von Nedemarestorf gehörte zum Geschlecht der Walpoten und hatte die Herrschaft über Schloss und Ort Nedemarestorf. Im Laufe der Zeit veränderte sich der Ortsname im Sprachgebrauch in "Nemmersdorf".
  • 1170 Um 1170 wurde Nemmersdorf an das Hochstift Bamberg verkauft.
  • 1176 Bischof Hermann, Nachfolger Eberhards, welcher wahrscheinlich der Käufer war, erhöhte die Abgaben, die Nemmersdorf an die Domherren zu leisten hatte.
  • 1179 Nach 1179 wurde Nemmersdorf an die Grafen von Andechs auf Plassenburg, wahrscheinlich durch Bischof Otto II., verkauft.
  • 1248 Nach dem gewaltsamen Tode des Herzogs Otto II. teilten sich die Schwager dessen Hinterlassenschaft und Nemmersdorf ging in den Besitz von Graf Otto von Orlamunde.
  • 1341 Der Graf war verstorben, ohne eheliche Söhne zu hinterlassen. Somit wird die Feste "Nedmerstorf" an die Burggrafen von Nürnberg vererbt.
  • 1362 Burggraf Friderich gab Nemmersdorf als Lehensbesitz an die Schützen zu Laineck. Die Erstbesitzer sind als Konrad und Arnold Schützen zu Laineck genannt. In weiteren Schriftstücken werden weitere Generationen der Schützen von Laineck im Zusammenhang mit Nemmersdorf genannt.
  • 1421 Die Brüder Hanns und Hanns Schützen zu Laineck. Bei diesem Geschlecht blieben nun die Besitzungen bis zu seinem Erlöschen.
  • 1684 Christian Erdmann, einziger Sohn und letzter Nachfahre, ist am 05.07.1684 in Paris verstorben und auf dem Friedhof St. Germain begraben.
  • 1685 Durch diesen Lehensheimfall kommt das Rittergut Nemmersdorf an den Markgraf Christian Ernst von Bayreuth.
  • 1703 Aus Geldmangel des Markgrafen werden große Teile des Nemmersdorfer Gutes nebst einer Schäferei an die Juden Joseph Levi und Abraham Koppel zu Neustadt an der Aisch und Beiersdorf verkauft.
  • 1704 Am 11.11.1704 wird das noch verbliebene Gutsteil an den reichsfreien Baron Hanns Adam von Tanner, Edler Herr von Reichersdorf verkauft. Damit war das Schloss kein Lehen mehr.
  • 1719 Albrecht Andreas von Tanner verkauft das Gut Nemmersdorf an den Markgrafen Georg Wilhelm (19.05.1719). Graf Ernst von Gleichen, markgräflicher Junker, wird Schlossherr von Nemmersdorf.
  • 1762 Obwohl der Markgraf Georg Friedrich Karl verfügte, Nemmersdorf solle stets im Besitz der Markgrafen bleiben, verkauft sein Nachfolger Markgraf Friderich am 17.01.1792 Nemmersdorf an den Freiherren Sigmund Georg Philipp zu Reitzenstein. Da das Schloss nicht mehr der französischen Mode entsprach, wurde gegenüber auf dem sogenannten Marterhügel ein neues, kleineres Schloss gebaut. Zur Gewinnung von Baumaterial wurde vom alten Schloss ein Stockwerk abgetragen.
  • 1834 kaufte der Uhrmacher Christoph Heinrich Steiger aus Goldkronach beide Schlösser.
  • 1837 brannte das neue Schloss ab. Steiger selbst soll Brandstiftung begangen haben.
  • 1862 wird das alte Schloss an Oberleutnant Ludwig Friedmann aus Bayreuth verkauft.
  • 1878 wird das Schloss von dem ortsansässigen Gastwirt Bär mitsamt der dazugehörenden Brauerei und einer größeren Landwirtschaft erworben. Seither ist das Schloss im Besitz der Familie Bär und Erben.

Schloß Leisau

Schloss LeisauUm 1800 wird Leisau wie folgt beschrieben:

"Ein Dorf, das nebst dem Schloss ein freies Eigentum ist und 27 Häuser und 128 Einwohner, 9 Bauern, 1 Hirten, 12 Taglöhner, 4 Bergleute, 1 Schneider, 2 Weber und 2 Zimmerleute hat. Von den Untertanen gehört einer mit zwei Häusern ins Amt Gefrees, die übrigen aber zum dasigen Rittergut." (Wenn man bedenkt, dass diese Zeilen aus dem Jahre 1800 stammen, mag man erkennen, dass Leisau damals ein ansehnlicher Ort war, und jeder Leser kann Vergleiche mit dem heutigen Leisau anstellen.)

Kurze Kirchengeschichte

Das Dorf "Cranach" wird 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Einst im Besitz der Grafen von Meran, der Grafen von Henneberg und von Orlamünde kommt es um 1340 zum Herrschaftsgebiet der Burggrafen von Nürnberg. Wegen des Goldbergbaues erteilt der Burggraf Friedrich V. am 29.September 1365 das Stadtrecht. Seit 1398 heißt das einstige Cranach nun Goldkronach.

 

1413 entsteht die St. Erhards Kapelle und 1481 die erste größere Kirche; von dieser ist nur noch ein einziger Stein übrig. Man findet ihn an der Säule zur linken Emporentreppe der Stadtkirche. Obwohl schon 1474 per Urkunde bestätigt, wird die Trennung von der Mutterkirche Nemmersdorf erst 1580 vollzogen.

 

Beim Stadtbrand 1613 wird die Kirche zerstört, jedoch im gleichen Jahr wieder errichtet. 1737 wird die Kirche wegen Baufälligkeit erneuert. Diese wird durch den Brand 1836 zerstört. 1841 findet die Grundsteinlegung der neuen Kirche statt, jedoch erst im Jahre 1852 die Weihe.

Berühmte Persönlichkeiten in Goldkronach

Alexander von Humboldt in Franken und besonders in Goldkronach

Alexander von Humboldt (geb. 14.09.1769 gest. 06.05.1859), der letzte Universalgelehrte, der Europa, Amerika und Sibirien bereist und erforscht hat, war auch einige Jahre als preußischer Bergbeamter im Fichtelgebirge, im Frankenwald und auch im Goldkronacher Bergamtsrevier.


Alexander, der jüngere der beiden Humboldt-Brüder, erhielt nach dem Besuch der Bergakademie Freiberg in Sachsen vom preußischen Minister für das Bergwesen, Freiherr von Heinitz, den Auftrag die Bergwerke und Hütten in den im Jahre 1792 an Preußen gefallenen Fürstentümern Ansbach und Bayreuth zu bereisen. Auf dieser Erkundungsreise kam Alexander am 20. Juli 1792 zum ersten Mal nach Goldkronach und befuhr die Fürstenzeche. Aufgrund seines fachkundigen Berichtes "Über den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens in den Fürstentümern Bayreuth und Ansbach im Jahre 1792" wurde er zum Oberbergmeister ernannt und ihm wurde die Direktion des praktischen Bergbaus für die Bergämter Goldkronach, Naila und Wunsiedel übertragen.

 

Vom 01. Juni 1793 bis Ende Dezember 1796 erfüllte er dieses Amt. Seine bergbaulichen Fachkenntnisse ermöglichten ihm in kürzester Zeit die Situation in den einzelnen Gruben zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen, wie Erstellung der Arbeits- und Ablaufpläne, der Kostenvoranschläge und Einführung der Berichterstattung, durchzuführen. Somit konnte Humboldt die Förderung und die Aufbereitung der Erze sehr wirtschaftlich steuern, was zu einem äußerst ökonomischen System führte.


Alexander von Humboldt kümmerte sich nicht nur um die Unterstützung von Witwen und Waisen verunglückter Bergleute, sondern war auch sehr bedacht, die Jugend zu fachkundigen Bergleuten auszubilden. 1793 gründete er aus privaten Mitteln die Bergschule in Steben und 1795 die in Arzberg. Besonders lag ihm die Sicherheit seiner Bergleute am Herzen. Er beschäftigte sich im letzten Jahr seines Aufenthaltes in Franken intensiv mit der Verbesserung des "Geleuchts" des Bergmannes. Er lehrte Frauen das Stricken des hohlen Dochts für Grubenlampen, er erfand den Lichterhalten und zur Rettung verunglückter Bergleute das Respirationsgerät. Ein Selbstversuch mit der Rettungslampe im Bernecker Alaunstollen kostete ihm fast das Leben.

 

Alexander verschaffte dem preußischen König nicht nur sehr wichtige Rohstoffe, sondern auch der armen Bergbevölkerung im Fichtelgebirge und Frankenwald Arbeit unter gesundheitsverträglichen Bedingungen. Für ihn stand der Mensch im Vordergrund und nicht nur die Ausbeute der Gruben.


Der Gold- und Antimonitabbau im Goldkronacher Revier hatte sein besonderes Interesse gefunden. Antimonit wurde zur Herstellung von Lettern für Druckstöcke und im Maschinenbau verwendet. Goldkronach war in Preußen das einzige Revier, in dem Gold und Antimonit gefördert wurde. Der Abbau auf der alten Fürstenzeche, die bereits still lag, wurde wieder aufgenommen.

 

Die beiden geflügelten Aussprüche über Goldkronach: "In Goldkronach besonders bin ich glü(c)klicher, als ich je wagen durfte zu glauben." "Mit Goldkronach bin ich besonders glü(c)klich gewesen." Beziehen sich nicht auf die Landschaft oder auf die Bevölkerung, sondern nur auf den Bergbau. Humboldt fand trotz seiner anstrengenden Arbeit und der vielen Grubenbefahrungen abends noch die Zeit und Muße, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Uns sind ca. 25 Briefe bekannt, die er in Goldkronach geschrieben hat, beziehungsweise in anderen Orten, in denen er Einzelheiten vom Goldkronacher Revier beschreibt. Der bedeutendste Brief ist der an seinen russischen Freund Sojmonov, den er am 11. Juli 1793 in Goldkronach geschrieben hat, in dem er seine Lebenspläne offenlegt. Zum ersten Mal äußert er den Wunsch Sibirien zu bereisen, was ihm erst als 60jähriger gelungen ist.

 

Zwei Briefe beinhalten seine Überlegungen zur Veränderung der Schiefe der Ekliptik, ihm ist schon bewusst, dass verschiedene Klimazonen in Europa innerhalb der einzelnen Epochen der Erdgeschichte bestanden haben müssen. In Goldkronach plant er schon in ca. 20 Jahren ein Werk über die Standorte der Pflanzen zu verfassen, was ihm schon bald nach Beendigung der Amerikareise 1805 gelang. Heute wird Humboldt als Begründer der Pflanzengeographie angesehen. Die Kryptogamen (Sporenpflanzen) hatten ihn schon in Freiberg, während seines Studiums gefesselt. Er untersuchte und erforschte deren Existenz am Verbauholz in alten Gruben. Diese Studien setzte er im Bergwerk "Schickung Gottes" im Zoppatental fort. Zu erwähnen sind auch seine Versuche mit Muskeln toter Tiere in Verbindung mit verschiedenen Metallen, welche er auch in Goldkronach durchführte. Lugi Galvani (1737 - 1798), italienischer Arzt und Naturforscher, entdeckte bei Versuchen mit Froschschenkeln 1789, die nach ihm benannte galvanische Elektrizität. Im Herbst 1792 erfuhr Alexander davon und führte ca. 4000 Experimente an 3000 Tieren durch, auch an sich selbst, um das Rätsel des Lebens zu lösen.


In den Gruben, also unter Tage, führte er sehr viele Temperaturmessungen durch und stellte fest, dass die Temperatur 9 bis 10 Grad beträgt. Auch sein Barometer musste so ausgebildet sein, dass er es "als Stock in der Hand tragen konnte." Seit 1828 wurden in Preußen regelmäßig Temperaturmessungen in verschiedenen Gruben durchgeführt. Laut einer Eintragung von 1831 wurden diese Messungen auf Veranlassung von Alexander von Humboldt durchgeführt, um festzustellen, ob jeder Punkt im Innern der Erde bzw. des Bergwerks eine beständige Temperatur aufweist und in welchem Verhältnis die Temperatur in der Tiefe zunimmt. Das gleiche wurde auch in tieferen Bohrungen durchgeführt. Humboldt hat dazu beigetragen, dass die Geothermie ein selbständiger Zweig der Geowissenschaften wurde. Die auf der ersten Seite angeführten Erfindungen, wie Lichterhalten, Sicherheitslampe und Respirationsapparat machte er hauptsächlich in Goldkronacher Gruben, da gerade hier die Luftverhältnisse unter Tage sehr schlecht waren, oft klagt er über die matten Wetter, also sauerstoffarme Luft.


Man kann sich die Frage stellen: Warum Humboldt gerade in Goldkronach so unterschiedliche Gedanken zu Papier gebracht hat? Hatte er hier mehr Ruhe nach einem langen Arbeitstag, als in Steben oder in Arzberg? Auch auf der Amerikareise erinnerte er sich noch an Goldkronach und an die fränkischen Gruben.

 

Otto Heinrich Tornesi, geb. 07. April 1748 in Goldkronach, zog 1754 mit Eltern und Geschwistern nach Bayreuth St. Georgen, gestorben am 05. Mai 1814 in Bayreuth St. Georgen. Nach Militärzeit und Berufsausbildung war er Verwalter des Zucht- und Arbeitshauses in Bayreuth St. Georgen, danach Mitglied und leitender Beamter des Oberbergdepartements und Kriegs- und Domänenrat in Bayreuth. Er beschäftigte sich mit geologischen und mineralogischen Fragen, fertigte eine mineralogische Karte des Fichtelgebirges und war seinen wissenschaftlichen Erfahrungen und seinem Wissen entsprechend Mitglieder der Naturforschenden Gesellschaft in Berlin. Als Oberbergrat trat er die Nachfolge Alexander von Humboldts an und war seit 1798 in Bayreuth 1. Kammerdirektor.

 

Samuel Wilhelm Oetter, geb. 25. Dezember 1720 in Goldkronach, gestorben am 07. Januar 1792 in Markt Erlbach, Kaiserlicher Hof- und Pfalzgraf, fürstlich Brandenburg-Ansbachisch- und Baireuthischer Konsistorialrat, fürstlicher Historiograph und Pfarrer zu Markt Erlbach. Nach Besuch der Schule in seiner Heimatstadt und des Seminars in Bayreuth trat er 1736 in das Gymnasium ein und wurde 1743 in die neugegründete Universität Erlangen aufgenommen. Sein Lieblingsfach war Geschichte. Arbeiten über "historische Fakten aus den Zeiten der sich bildenden Verfassung Teutschland, über Familien und Ortschaften und über Entstehung und Veränderung der Wappen" zeichneten ihn aus. Mitglied war er in der "Teutschen Gesellschaft in Göttingen, der gelehrten Gesellschaft in Duisburg, der kais. Französischen Akademie freier Künste in Augsburg, der Gesellschaft freier Künste in Leipzig und der Münchner Akademie".

650-Jahrfeier

Wir feiern 650 Jahre Stadt Goldkronach! 

17.-19.07.2015 - mit großem Festzelt am Festplatz Goldkronach