Bannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite
Teilen auf Facebook   Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

Deutsch-Tschechisches Bienenprojekt

Förderung:

 

Kooperationsprogramm „Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern – Tschechische Republik Ziel ETZ 2014 – 2020“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE)

 

Projekt Nr. 325: „Bienen – Grundlage des Lebens“

 

   ETZ  EU 

Das Deutsche und Tschechische Team vor dem Wildbienenhaus in Goldkronach

Das Deutsche und Tschechische Team vor dem Wildbienenhaus in Goldkronach.

Bericht von Adeline Lehmann: 

Grenzenloser Kampf gegen das Bienensterben

„Das wohl größte Bienenhaus Bayerns“ soll laut Holger Bär in Goldkronach stehen. Es entstand im Zuge eines deutsch-tschechischen Naturschutzprojekts.

 

Goldkronach und Loket – Städte, die gemeinsam eine Initiative ins Leben gerufen haben, um Naturschutz zu fördern und das Bienensterben zu bekämpfen. Durch engagierte Zusammenarbeit beweisen sie, dass der Schutz der Umwelt keine Grenzen kennt. Das Bienensterben ist weltweites Phänomen, das auch in Deutschland spürbare Auswirkungen hat. Die Ursachen für den Tod von Honig- und Wildbienen sind vielfältig: Zerstörung von Lebensräumen, Zunahme von Monokulturen, Einsatz von Pestiziden. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Wildbienenpopulation, von denen bereits viele Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Es ist daher wichtig, Maßnahmen zum Schutz der Bienen zu ergreifen, den Erhalt und die Förderung der Biodiversität besonders regional in den Fokus zu rücken. Genau an so einem Projekt arbeiten Goldkronach und Loket schon seit 2020. Angestoßen hat es Bürgermeister Holger Bär aus Goldkronach. „Naturschutz ist mir besonders wichtig“, sagt er. Ziel ist es nicht nur, die Honigbiene zu schützen, sondern auch den Rückgang der Wildbienenpopulation zu stoppen und regionale Biodiversität zu wahren. Isabell Niclas, Rangerin im Naturpark Fichtelgebirge, unterstützt das Projekt durch ihr Fachwissen im Bereich des Naturschutzes. Dabei arbeitet sie direkt mit, hilft beim Erstellen von Konzepten und übernimmt pädagogische Arbeit. „Das größte Problem für Bienen ist der Mensch“, sagt Niclas. Daher sei es wichtig, aufzuklären, wie Rücksicht auf die Tiere genommen werden könne. In Goldkronach wurden im Zuge des Projektes zwölf Blühflächen geschaffen. Die sind überall zu finden: vor der Feuerwehr, der Grundschule und auf Verkehrsinseln. Bei der Aussaat haben die Schüler der Alexander-von-Humboldt-Grundschule unter Anleitung von Isabell Niclas mitgeholfen. Besonders stolz sei Bär auf das „wohl größte Wildbienenhaus Bayerns“, das vor der Alexander-von-Humboldt-Grundschule steht. Obwohl die Blühwiesen aufgrund des Wetters noch kaum Blumen zeigen, haben Bienen das Wildbienenhaus bereits als neuen Wohnort angenommen. Das findet Holger Bär gut: „Jetzt, drei Jahre nach Beginn, bin ich wahnsinnig stolz darauf, wie weit wir schon gekommen sind.“ Goldkronach werde weiter daran arbeiten, Grünflächen attraktiver für Bienen zu gestalten. Das Projekt erstreckt sich über Grenzen. Knappe 80 Kilometer Luftlinie weiter arbeitet auch die tschechische Stadt Loket am Naturschutz. Ganze 35 Hektar Grünflächen, Parks und Obstgärten, wurden umgestaltet, 250 Bäume gepflanzt, sagt Martina Berková, tschechische Projektleitung: „Die Einwohner sollen die Änderungen in der Natur beim Spazieren sofort sehen.“ Auf tschechischer Seite beteiligen sich Imker, Förster und Studenten der Tschechischen Agraruniversität Prag aktiv an der Umsetzung von Bienenschutzmaßnahmen, sagt Berková. Sie selbst, arbeitet in Loket beim kommunalen Naturschutz. Aber das Projekt beschränkt sich nicht nur auf Umgestaltung von Grünflächen. Imker aus beiden Städten fahren regelmäßig in ihre jeweiligen Projektstädte. Denn es geht nicht nur auf gemeinsamen Naturschutz. Vielmehr solle auch ein Austausch von Wissen stattfinden, neue Erkenntnisse gewonnen werden, sagen Bär und Berková. Besonders anlässlich des Weltbienentags am 20. Mai war das deutsch-tschechische Projekt ein Beispiel dafür, dass Umweltschutz keine Grenzen kennt – sondern von grenzüberschreitendem Wissenstransfer lebt.

Blühwiese Feuerwehrhaus vorher

Wiese vor dem Feuerwehrhaus vorher

Blühwiese Feuerwehrhaus nachher

Blühwiese vor dem Feuerwehrhaus nachher

Isabell Niclas zeigt den Kindern die erste Blume auf der Blühwiese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Isabell Niclas zeigt den Kindern die erste Blume auf der Blühwiese